
Schon bei der Ankunft in der Beckumer City wurden die 13 Heimat- und Wanderfreunde aus Beelen direkt von der Stadtführerin, Frau Eva Hübscher, vor der St. Stephanus Kirche empfangen. Hochmotiviert ging die kompetente Stadtführerin gleich ans Stadtmodelle, um den Gästen einen kompakten Überblick vom Grundriss der Stadt Anfang des 19. Jahrhunderts und seiner geschichtlichen Entwicklung zu geben. Von dort ging es hinüber zur St. Stephanus Kirche, die von einem großen neugestalteten Kirchplatz umgeben ist, der einst auch als Friedhof genutzt wurde. Die Kirche wurde 1967 vom Bischof, Joseph Höffner, in den Rang einer Propsteikirche erhoben, ist jedoch heute nur noch die alleinige katholische Pfarrkirche der Stadt. Frau Hübscher gab den Beelenern auch hier einen geschichtlichen Abriss und ging auf einige bedeutsame Kunstwerke, aber besonders auf die fast einzigartige pneumatische Orgel vom Erbauer Joh. Klais, das Taufbecken und dem im Chor befindlichen Prudentiaschrein ein. Dieser Schrein, aus vergoldeten Silber und Kupfer, wurde um 1230 erbaut. Dieses ganz besondere Juwel ist wohl nur einmal in Westfalen existent und beeindruckte die Gruppe ganz besonders, da sie es direkt in Augenschein nehmen konnten.
Nach dieser beeindruckenden Kirchenführung, ging es zum nahen Marktplatz, wo sich die Wanderfreunde zu einer kurzen Glühweinpause niederließen und sich einen ersten Eindruck verschafften. Hier interessierte besonders das Gebäude des heutigen Stadtmuseum, welches bis kurz nach der kommunalen Neuordnung als Stadtverwaltung diente. Es hatte jedoch eine wechselhafte Geschichte, so waren dort in früherer Zeit auch das Amtsgericht, die Apotheke, die Sparkasse, die Stadtwache, die Polizeistube und auch einmal ein Gefängnis untergebracht. In der gesamten Stadt gibt es jedoch nur einige wenige Fachwerkhaus, was auf mehrere Stadtbrände zurückzuführen ist. Dafür beeindrucken mehrere historische Geschäftsgebäude mit prachtvollen Fassaden.
Auf dem weiteren Weg erklärte Frau Hübscher, warum Beckum auch als Pütt-Stadt bezeichnet wird, denn hier hatten in früheren Jahren die Stadtbrunnen zur Wassergewinnung eine ganz besondere Bedeutung. Aber auch wie die Brauerei Stiefel-Jürgens zu ihren Namen kam und wo der Pulverschuppen zu finden ist. Ein weiteres Highlight war ein sehr schön renoviertes Ackerbürgerhaus im nahen Umfeld des Marktplatz. Beim Gang durch die Fußgängerzone ging Frau Hübscher auch auf die an mehreren Stellen verlegten Stolpersteine ein und erinnerte so mit bewegenden Worten an die Greultaten der Nazis. Den Abschluss fand die Führung im historischen Gebäude am Marktplatz, wo das Cafe Extrablatt zu Kaffee und Kuchen einlud und die Teilnehmer das Wanderjahr abschlossen. Die nächste Wanderung findet am Dienstag, 20.01.2026 statt.